Surfen in der Vergangenheit

Wie zarte Fenster in die Vergangenheit lassen Erinnerungen das Licht der Erlebnisse in unsere Seele fließen, während die Zeit unaufhaltsam voranschreitet und die Erinnerungen im Glanz der Unvergänglichkeit erstrahlen lässt.

 Ein Tag, der nach Wald roch

Meine Schwester Carmen und ich gerieten jedes Mal in eine leise, kaum zu bändigende Aufregung, sobald ein Ausflug in den Odenwald angekündigt war.

Es war diese besondere Mischung aus Vorfreude und Ahnung, dass uns wieder ein ganzer Tag voller Bilder erwartete, die man nicht vergisst.

Die Reise begann stets am Stadtfriedhof Darmstadt.

Unser Vater parkte vor einer kleinen Gärtnerei, gleich gegenüber der hohen Mauer, die den Friedhof umschloss.

Durch das große Portal traten wir ein und für mich begann dort ein eigenes kleines Wunder.

Überall huschten Eichhörnchen, rote und schwarze, flink und aufmerksam. Wir hatten Nüsse dabei, nur für sie.

Vorsichtig legten wir sie ab und warteten. Manchmal kamen sie näher, manchmal blieben sie misstrauisch.
Allein dieses Beobachten machte uns glücklich.

Den Weg zu den Gräbern unserer Großeltern kannten wir Kinder genau. Während unsere Eltern sich der Grabpflege widmeten, standen wir daneben, stiller als sonst.

Besonders meinen Vater beobachtete ich dabei.
Er war zwar Atheist, doch an diesem Ort lag etwas Ernstes in seinem Gesicht.
Der Gang zu den Gräbern seiner Eltern und seiner Schwester bedeutete ihm mehr, als er je ausgesprochen hätte.

Nach dem Friedhof führte uns der Ausflug  weiter in Richtung Odenwald.

Meist hielt unser Vater den kleinen Lloyd 400 am Rand eines Ortes bei Bensheim an.
Von dort ging es zu Fuß durch den Wald, zwei oder drei Kilometer, immer tiefer hinein, bis wir das legendäre Fürstenlager erreichten.

Schon die kleine Brücke über den Teich mit den Goldfischen war für uns ein Höhepunkt.

Das Fürstenlager wirkte wie ein Park aus einer anderen Welt.
Exotische Bäume standen dort, jeder mit einem kleinen Schild versehen, auf dem man lesen konnte, aus welchem Land er stammte.
Wir liefen die Wege entlang, hielten an, schauten, verglichen.
Jeder Baum hatte für uns einen eigenen Charakter.

Etwas erhöht lag die Voliere.
Für Carmen und mich war sie ein Ort reiner Freude.

Papageien spielten miteinander, riefen, flatterten, als gehörte ihnen die Welt. Wir lachten, staunten und vergaßen die Zeit.

Am Ende des Rundgangs kamen wir wieder zum Schloss zurück, vor dem ein Café lag.

Dort kehrten wir leider nie ein.
Meine Mutter fand den Kuchen wohl zu teuer.

Dafür gab es vor dem Schloss einen großen Weiher mit riesigen Goldfischen. Brotkrumen hatte sie extra eingepackt.

Wir warfen sie ins Wasser und sahen zu, wie die Fische gierig nach oben schnappten. Auch das war Teil unseres Rituals.

Oft führte uns der Ausflug danach weiter nach Auerbach.

Wir liefen an der Kirche vorbei und mein Vater erzählte, wie immer, dass unser Urgroßvater dort evangelischer Pfarrer gewesen sei und in dieser Kirche seine Predigten verfasst habe.

Kurz darauf erreichten wir durch einen kleinen Waldzugang den eigentlichen Höhepunkt für uns Kinder.

Den Eigenbrodts Brunnen.

Ein Brunnen mit unserem Familiennamen.

Wir standen davor mit einer Mischung aus Stolz und Ehrfurcht.

Meist wurde noch ein Foto gemacht. Dieses Bild gehörte einfach dazu.

Den Abschluss bildete fast immer ein Besuch bei Verwandten in Pfungstadt.

Die Erinnerung daran ist verschwommen, aber warm.

Ich weiß nur noch, dass sie freundlich waren und wir fürstlich bewirtet wurden.

So endete ein solcher Ausflugstag in die hessische Heimat meines Vaters. Für mich war es jedes Mal ein ganzer Kosmos aus Wegen, Geschichten, Gesichtern und Gerüchen. 

Und noch heute fühlt es sich an, als hätte dieser Tag länger gedauert als andere. 

Vielleicht, weil er so reich war an Leben.

 

Warten auf Anita

 

Warten auf Anita

Es war einer dieser legendären Nachmittage, an denen sich Regen, meine Pubertät und Naivität zu einem Cocktail mischen, den man eigentlich nur in sehr kleinen Schlucken zu sich nehmen sollte.

Ich war 14 Jahre jung, der Konfirmationsanzug war frisch gebügelt, den Stockschirm schwang ich wie ein Gentleman und ich war König der Vorfreude und thronte seit Punkt 12:00 Uhr an der windschiefen Bushaltestelle.

Die Mission klang simpel:
Freundin treffen, Romantik erleben, ihr Herz erobern.

Die Realität:
Tropfende Haltestelle, klatschnasse Schuhe und ein Telefonmaraton in der letzten noch funktionierenden Telefonzelle des Ortes.

Alle zwanzig Minuten stopfte ich mechanisch 10 Pfennigmünzen in den Münzschlitz – die 3 DM investierte ich mit der Inbrunst eines Börsenmaklers auf steigende Aktien!

Klick, tut, tut…

„Bin schon unterwegs, gleich mit der nächsten Linie!“ hauchte sie mit feiner Stimme, kaum lauter als der Regen auf dem Dach aus Wellblech.

Großartig!

Noch eine Linie, noch ein Ruf, noch ein „Gleich!“.

Während ich also langsam an der Haltestelle zur Parkstatue verkam, passierten große Dinge:

  • Mein Schirm entwickelte ein Eigenleben und schnappte wie ein nervöses Krokodil nach umherfliegenden Blättern.
  • Mein Anzug sog so viel Regenwasser auf, dass ich beim Heimweg auf ebenem Asphalt leise gurgelnde Geräusche machte.
  • Die Münzvorräte der örtlichen Sparkasse verlagerten sich – quasi in Echtzeit – in die Kassen der Deutschen Telekom.


Irgendwann, gegen 18:00 Uhr, riss der Vorhang aus romantischer Illusion endgültig.

Die letzte Buslinie des Tages verschwand ohne die Hauptdarstellerin meines Teenie-Dramas, und mir dämmerte: Hier wurde nicht „gleich“ gesagt – hier wurde schlichtwegs „ gar nicht“ gesagtund das in einer dümmlichen Ausrede in Endlosschleife.

Frustriert trabte ich nach Hause, tropfend wie ein nasser Pudel, hängte meinen Konfirmationsanzug an den Kleiderbügel und klappte den Stockschirm wie ein finales Ausrufezeichen zu.

Aber ich hatte etwas gelernt!

Wer nicht kommt, kommt nicht – und wer sechs Stunden im Nieselregen sitzt, lernt drei Dinge fürs Leben:

  1. Ein Herz kann man nur brechen, wenn man es vorher freiwillig in die Hand des Falschen legt.

  2. 2 DM in der Telefonzelle sind billiger als weitere sechs Stunden Selbsttäuschung.
  3. Das passiert mir nie wieder!

Seitdem weiß ich:

Buslinien mögen sich verspäten, aber mein gesunder Menschenverstand wird zukünftig  immer pünktlich sein – spätestens fünf Minuten nach dem dritten „Ich bin gleich da“, aber wirklich „spätestens“!


Mein erstes Moped – oder: Der Sachs mit dem Schluckauf

Ich war zarte 13 Jahre alt – der Bart noch milchig, die Knochen voller Abenteuerlust –, als ich in Omas leergeräumtem Schweinestall ein echtes Juwel entdeckte: ein rot-funkelndes Moped mit einem Sachs-Motor, Marke „Miele“.

Ja, richtig gelesen – Miele! Nicht nur für Waschmaschinen gut, sondern auch für wilde Jungs mit Benzin im Blut.

Der Stall meines verstorbenen Opas stand schon jahrelang leer – aber mein Herz war jedes Mal voller Aufregung, wenn ich diese vergessenen Gefilde betrat. Und da stand sie nun: an die bröckelnde Mauer gelehnt, unter einer staubigen Ölplane verborgen – die Miele-Maschine.

Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Muskelzittern schleppte ich das gute Stück in den Hof. Luft auf die Reifen, prüfender Blick in den Tank – jawohl, da gluckerte noch was!

Zwei beherzte Tritte auf den Kickstarter – und der Sachs-Motor röhrte los, als hätte er nur auf mich gewartet.


Ich war der König des Dorfes. Ohne Führerschein, aber mit brennender Leidenschaft kurvte ich über die Feldwege.

Damals – 1963 – war das auf dem Land kein Problem. Oma winkte mir freundlich hinterher, die Hühner sprangen empört zur Seite, und ich fühlte mich wie James Dean auf Heimatbesuch.

Doch nach exakt zwei Kilometern verwandelte sich mein Donnerbolzen in ein keuchendes Schnaufmonster. Nichts ging mehr – außer vielleicht das Mitleid des Traktorfahrers hinter mir.

Ich musste absteigen, warten, den Motor abkühlen lassen – dann lief er wieder. Zwei Kilometer Freiheit, dann wieder Zwangspause. Ein regelrechter Thermik-Tango mit meinem Moped.

Ich reinigte alles, was ein 13-Jähriger mit Taschenmesser und Zahnbürste reinigen konnte: Vergaser, Schwimmer, Schläuche – sogar das geheimnisvolle Benzinsiebchen.

Nichts half. Heute weiß ich: Vielleicht hätte ich mal an die Benzinpumpe denken sollen. Oder einen Mechaniker fragen. Oder einen Priester.

Wie sich später herausstellte, hatte mein Großonkel – der Bruder meiner Oma – das Moped eigentlich nur dort abgestellt, um es irgendwann zu reparieren. Tja, Pech gehabt, lieber Onkel – ich war schneller.

Ob das gute Stück je wieder fuhr? Keine Ahnung. Irgendwann, mit 16, bekam ich von einem anderen Onkel ein „Quickly“ geschenkt – ein neues Kapitel auf zwei Rädern.

Gedanken

 Gedanken

Alles hat seine Zeit. Die Vergangenheit, all die Erlebnisse und Augenblicke, die darin liegen, sie bleiben lebendig in unseren Gedanken und Herzen. Sie lassen uns nicht wirklich los, selbst wenn wir uns weiterentwickeln und unseren Weg voranschreiten. Ein Teil von allem lebt in uns weiter: die Menschen, die uns begleiteten, die Augenblicke mit unseren Kindern, als sie noch klein waren, die Erinnerungen an unsere Haustiere, an unsere Eltern und Verwandten, und an die vielen Veränderungen, die jedes Jahr mit sich brachte. Diese Erinnerungen werden uns begleiten, bis wir selbst einmal die Augen für immer schließen.
Alles bleibt in gewisser Weise gegenwärtig. Manchmal taucht eine Erinnerung in unseren Träumen auf, ein anderes Mal ist es ein bestimmter Duft, der uns in Sekundenschnelle zu einem Menschen oder einer Situation zurückführt. Viele Menschen haben einen langen Weg durch euer Leben zurückgelegt, voller Freude, aber auch geprägt von Herausforderungen und Leid.

Das formt uns Menschen.

Und vielleicht ist es gerade diese geteilte Lebenserfahrung, die unsere Gruppenfreundschaft so besonders und wertvoll macht.

Es ist eine Verbindung, die auf Verständnis und Behutsamkeit ruht, weil wir wissen, wie empfindlich die Konstrukte unseres Lebens oft sind.

Auch wenn hier und da ein schwarzes Schaf unsere angenehmen Erinnerungen und Gespräche trübt – das gibt es schließlich überall – stört es mich kaum noch, denn ich weiß: Die Zahl der freundlichen Menschen überwiegt bei Weitem! Sie sind vielleicht leiser und zurückhaltender, aber dafür umso wertvoller.

Lesen unter der Bettdecke

 

Ach, die unvergesslichen Nächte unter der Bettdecke, eingekuschelt mit der Taschenlampe in der Hand, und all den Geschichten von Tom Sawyer und Huck Finn! Diese beiden Freunde, die als Waisenjungen ihre Abenteuer an den Ufern des Mississippi erlebten, öffneten mir eine Tür in eine andere Welt, voller Freiheit, Geheimnisse und mutiger Streiche. Die Sehnsucht nach ähnlichen Abenteuern packte mich, und ich konnte den Fluss beinahe riechen, die Hitze spüren und die Stimmen der beiden hören, als wären sie meine eigenen Freunde.

Mit jedem Umblättern der Seite nahm meine Fantasie Fahrt auf. Da waren die heimlichen Streifzüge der beiden, wie sie sich an Bord eines Schaufelraddampfers schlichen, in der Hoffnung, einen Schatz zu finden. Huck, der irgendwo an einem stillen Ort in seiner alten Tonne hauste, wo niemand nach ihm fragte – was für eine Freiheit! Und Tom, der viel lieber bei Huck sein wollte als in der Schule, und sogar den Mut hatte, ihm mit einer toten Katze und seltsamen Zaubersprüchen bei seiner Warze zu helfen. Solche witzigen und kuriosen Momente fühlten sich an wie kleine, verbotene Schätze, die ich hüten wollte.

Die Floßfahrt auf dem mächtigen Fluss war das Größte. In meinen Gedanken wurde sie wild und gewaltig, so echt, als wäre ich selbst dabei. Da gab es keine Bildschirme, keine Kinos, keine Computer – nur das Buch in meinen Händen und die bunte Welt, die es in meinem Kopf erschuf.


Und da war noch Karl May. Zu meinem neunten Geburtstag schenkte mir meine große Schwester Carmen das Taschenbuch „Unter Geiern“. Es war ein Schatz, ein Tor zu einer Welt, die ich nur aus Erzählungen kannte, und doch war sie plötzlich so greifbar nah. Ich war zu dieser Zeit bei meiner Oma in Gimbsheim, und das Beste daran? Abends durfte ich so lange lesen, wie ich wollte.



Das Ehebett, in dem ich bei Oma schlief, hatte eine besondere Geschichte: Es war das Bett, in dem einst mein verstorbener Opa gelegen hatte, und nun schlief ich auf seiner Seite. Über dem Bett hing eine tief angebrachte Lampe mit einer langen Kordel, die bis zur Bettdecke reichte. Mit einem sanften Zug konnte ich das warme, funzelige Licht an- und ausschalten – gerade hell genug, um die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand zu lesen.

Die Worte von Karl May ließen die Prärie vor meinen Augen entstehen: die Hitze, die endlose Weite, der trockene Wind. Als der Wassermangel in der Geschichte unerträglich wurde, sprang ich auf, holte mir ein Glas frisches Leitungswasser und trank es, als sei ich selbst durch die Wüste gestreift. Und wenn die Helden gedörrtes Fleisch aus ihren Satteltaschen zogen, schlich ich mich in die Küche, schnitt mir ein Stück von Omas Vorräten ab und kaute mit halbgeschlossenen Augen, um das Gefühl der Wildnis ganz auszukosten. Es war, als verwischten die Grenzen zwischen Buch und Wirklichkeit.

Dann war da noch Hans Hass, der Meeresabenteurer, dessen Geschichten mir das Herz in der Brust hüpfen ließen. Wenn er die Begegnungen mit Haien beschrieb, hielt ich den Atem an, fühlte die Gefahr, die tief unter dem Ozean lauerte, und doch verspürte ich eine wilde Freude, die Welt aus seinen Augen zu sehen.

Diese Bücher, all die Abenteuer und fremden Welten – sie prägten mich, sie ließen meinen kleinen Bubenherzen schneller schlagen und brachten ein Kribbeln in meine Seele, das ich niemals vergessen werde.

 

 


Mal etwas Nachdenkliches über meine geliebte Natur

Es liegt eine gewisse Paradoxie in unserem menschlichen Wesen.
 Ein Dasein, gewebt aus Widersprüchen, zwischen Sein und Nichts. 
Hier, wo die Zeit stillsteht, begrüßt mich ein Baum am Wegesrand, sein Wuchs, majestätisch und unverrückbar, offenbart die stille Pracht der Natur in all ihrer Weisheit und ihrer unsichtbaren Kraft.
Ich halte ihn in dieser stillen Natur, spüre seine Präsenz.
 Ein stummer Zeuge, dessen Wurzeln tief in die Erde greifen, als ob sie sich mit den Geheimnissen des Lebens verflechten und ich frage mich, was wissen wir wirklich über diese Wesen, die uns mit ihrem Wuchs und ihrer Stille umgeben?
Die Nähe des Baumes, er schenkt mir Kraft!
Eine Kraft, deren Ursprung ich nicht ganz begreifen kann.  Ob sie mein eigener Gedanke ist oder ein Echo des Baumes, dessen Herzschlag in meinem eigenen Puls widerhallt?
 Ich weiß es nicht. Es bleibt mir ein Rätsel, verborgen in der Tiefe.
Beim Berühren seines hölzernen Körpers spüre ich Wärme.
 Fast einen Puls, der mich an das Leben erinnert, das in ihm fließt.
Kann er mich fühlen? Kann er mich spüren, meine Hand auf seiner Rinde?
 

Den Schmerz spüren, wenn er an Durst leidet, oder gar die Angst, wenn seine Zeit kommt, weil er markiert wird, um ihn zu fällen?
Spürt er den Schmerz der Kettensäge, das Rauschen der Zerstörung?
 Oder ist sein Leben nur eine stille Melodie, die wir nie verstehen?

 Wir wissen so wenig und doch laufen wir weiter, vorbei an den Baumstümpfen, den Überresten von einstiger Pracht.

 Verweilen nur kurz, um dann an dem achtlos vorbei zu gehen, was wir lieben.
So sind wir Menschen, gefangen in unserer eigenen Paradoxie.
 Wir verehren die Natur, doch vernichten wir sie  auch ohne Mitleid!

 Wir leben in einem Tanz von Zerstörung und Bewunderung und suchen nach Antworten in der Stille der Bäume, während wir in der Melancholie unseres Seins wandeln.
In diesem Dämmerlicht, wo Gedanken und Träume verweben, fragen wir uns, ob wir je verstehen können, was das Leben in diesen stillen Wurzeln und hohen Kronen verbirgt.
Ob wir in unserem Streben nach Wissen und Verständnis irgendwann den Frieden finden können mit unserer Natur, die uns so fremd und doch so nahe ist.
Es ist keine Anklage, denn ich nehme mich selbst ebenfalls nicht aus – ich bin genauso Teil dieser Paradoxie

EIN SCHLAGERSTAR IM KLEINEN HOF

 


In dem kleinen, blühenden Hof, der wie ein verstecktes Paradies neben dem Haus ihrer Eltern lag, erwachte meine Frau zu einem Schlagerstar. 
Als Kind brauchte sie nicht mehr als einen simplen Gartenschlauch, um die größten Bühnen mit ihrer wunderbarsten Schlagermusik zu begeistern.
Mit dem Schlauch als Mikrofon in der Hand, schmetterte sie die damaligen Hits mit solcher Hingabe, dass man meinen könnte, sie stünde wirklich auf einer glitzernden Bühne vor tausenden von Fans. 
In ihrem Kopf tobte der Applaus eines imaginären Publikums, das sie mit jeder Note in Ekstase versetzte. 
Wer braucht schon echte Fans, wenn die Blumen im Hof zu tosendem Applaus und die Ameisen zu jubelnden Fankreisen werden?

Der Hof war ihr Konzertsaal, und der Gartenschlauch ihr goldenes Mikrofon. 
Die Rosen im Garten neigten sich sanft im Takt ihrer Melodien, und die Sonnenblumen drehten ihre Köpfe, um keinen Moment ihrer Darbietung zu verpassen. 
Die Vögel verstummten ehrfürchtig, lauschten ihren klaren Tönen und die Schmetterlinge tanzten in schillernden Farben durch die Luft, als wären sie Teil einer fantastischen Bühnenshow.
In den guten alten Zeiten, als der Alltag so viel einfacher und die Träume so viel größer waren, konnte meine Frau stundenlang in ihrer Fantasiewelt verweilen. 
Ihre Geschichten bringen immer ein Lächeln auf mein Gesicht und lassen mich in meine eigenen Kindheitserinnerungen eintauchen.
Auch ich war ein Held meiner eigenen Abenteuer, nur bewaffnet mit einem Holzschwert und einer unerschöpflichen Vorstellungskraft.
Diese erzählten Erinnerungen meiner Frau sind ein wertvoller Schatz, der die Blumen unserer gemeinsamen Vergangenheit zum Erblühen bringt. 

Ach, die unbeschwerte Zeit der Kindheit, wo der Garten zum glamourösen Schlagerfestival wurde und jeder Tag ein neues Abenteuer versprach!🎤

Trampen

 Es war der Sommer 1968, als ich mir endlich meinen großen Traum erfüllte. Mit 16 Jahren hatte ich in den Herbstferien zuvor hart gearbeitet, bei Bauern und in Konservenfabriken, um genügend Geld für eine unvergessliche Reise durch Europa zu verdienen. Und so machte ich mich im Sommer auf den Weg, den Daumen raus und los ging's - per Anhalter durch Europa.

Mit einem alten Rucksack, einem selbstgemachten Schild und einer gehörigen Portion Abenteuerlust bereiste ich sechs Wochen lang die schönsten Städte des Kontinents. Von London über Brüssel, Paris, Madrid, Rom, Lissabon bis nach Amsterdam – überallhin trug mich das Glück und die Freundlichkeit der Menschen.

Es war eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung schien. Mit einem Lächeln und einem Schild in der Hand, stand ich oft stundenlang an Autobahnauffahrten oder Kreuzungen und wartete geduldig auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Manchmal dauerte es ewig, manchmal hielt schon nach wenigen Minuten ein freundlicher Fahrer. Die spannendsten Geschichten entstanden meist in den alten VW Käfern oder Citroën 2CVs, wo sich wildfremde Menschen schnell in herzliche Gesprächspartner verwandelten.

Eines Tages, es war ein verregneter Nachmittag in Belgien, hielt ein klappriger alter Lieferwagen neben mir. Der Fahrer, ein gemütlicher älterer Herr namens Jacques, lud mich ein, ihn auf seiner Route nach Paris zu begleiten. Auf halbem Weg stellte sich heraus, dass Jacques ein begnadeter Akkordeonspieler war und wir verbrachten die Fahrt singend und lachend, während der Regen auf das Blechdach trommelte.

In Paris angekommen, lernte ich eine Gruppe gleichaltriger Abenteurer kennen, die ebenfalls per Anhalter unterwegs waren. Zusammen erkundeten wir die Stadt der Liebe, schliefen in Jugendherbergen oder unter freiem Himmel an der Seine und genossen die Freiheit und das Gefühl von Unabhängigkeit, das diese Reise uns bot.

Meine Eltern hatten mir erstaunlich viel Vertrauen geschenkt. Damals war das noch normaler, Jugendliche einfach losziehen zu lassen. Natürlich gab es auch damals Risiken, aber wir fühlten uns frei und lebendig. Die Welt war ein Ort voller Möglichkeiten, und das Misstrauen, das heute oft herrscht, war uns fremd. Wir mussten nicht ständig Angst haben, sondern konnten das Abenteuer in vollen Zügen genießen.

Am Ende des Sommers kehrte ich zurück in den Alltag der Schule, aber die Erinnerungen und Geschichten meiner Reise blieben unvergesslich. Heute, wenn ich an die damalige Zeit denke, spüre ich immer noch dieses Kribbeln im Bauch und das unbändige Verlangen nach Freiheit und Abenteuer. Es war eine Zeit, in der man das Leben noch unbeschwert und vertrauensvoll genießen konnte, und ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte.

Puppenküche und Kaufladen

 In den 1950er und 1960er Jahren erlebten Geschwister definitiv Höhen und Tiefen. Mit drei Schwestern, eine etwas älter als ich, war das Teilen von Spielzeug eine Selbstverständlichkeit. Besonders prägend war für mich das Weihnachten 1956: Ich bekam einen Kaufladen geschenkt, während meine Schwester zeitgleich eine Puppenküche erhielt. Diese Geschenke harmonierten perfekt miteinander.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie meine Schwester bei mir einkaufte, mit Spielgeld bezahlte und ich ihr dann die Waren aus kleinen Schubladen, die als Regale dienten, herausgab. Anschließend lud sie mich großzügig ein, bei ihr zu Hause zu essen. In ihrer Puppenküche gab es einen kleinen Herd, der tatsächlich mit Esbit-Trockenbrennstoff betrieben werden konnte.

Gemeinsam kochten wir ein kleines Süppchen, schnitten Gemüse und Wurst klein, brieten alles in winzigen Pfännchen und richteten es liebevoll auf kleinen Tellern an.
Dann setzten wir ihre Puppen mit an den Tisch und genossen die selbst zubereitete Mahlzeit.

Allein der Geruch dieser kleinen Kochabenteuer lässt mich nie los. Damals schienen unsere Eltern weniger besorgt darüber zu sein, wie wir spielten und womit wir spielten. Es war eine Zeit voller Kreativität und Freiheit, die heute oft vermisst wird.

Es sind tolle Erinnerungen an eine schöne Zeit des Spielens und der Sorgenfreiheit!

Meine Eltern machen eine Party in den 60ern

In den sechziger Jahren war eine Party keine einfache Angelegenheit.

Sie war eine sorgfältig choreografierte Aufführung, ein Fest, das den ganzen Tag die ganze Familie in Anspruch nahm, um alles vorzubereiten.

Meine Eltern waren sehr beliebt unter ihren Freunden und Bekannten in jener explodierenden Zeit und sie waren absolute Meister der Zusammenkünfte und des Vergnügens.

Der Tag der geplanten Party (Einladung) begann mit einer hektischen Aktivität in der Küche.
Meine Mutter und meiner älteren Schwester Carmen jonglierten gemeinsam mit Salatschüsseln und Dressing, während mir mein Vater eine endlose Liste von Dingen aufzählte, die ich besorgen musste.


"Vergiss nicht die Zigaretten, und sorge dafür, dass genügend Wein und Schnaps aus dem Keller geholt wird“, so waren seine freundlichen, aber unvermeidlichen Anweisungen an mich.

Ich erinnere mich, wie ich durch die Straßen lief, um die gewünschten Zigaretten zu besorgen.

Einige Packungen unterschiedlicher Sorten, die auf dem Tisch platziert werden mussten, damit jeder Gast seine Lieblingsmarke finden konnte.

Zurück zu Hause wurde das Wohnzimmer in eine Gaststube verwandelt.

Tische und Stühle wurden beigeschafft und mit Gläsern, Aschenbechern und allerlei Knabberzeug dekoriert.
Die Schallplatten wurden akribisch sortiert, einige zum Mitsingen, andere zum Tanzen und der Schallplattenspieler, ein Bingo ohne eigenen Verstärker, wurde an das Dampfradio angeschlossen, wobei zwei zusätzliche Kabel an dessen Rückseite angebracht wurden.

Wenn die ersten Gäste eintrafen, war das Haus bereits ein Kaleidoskop aus Gerüchen und Geräuschen.

Meine Eltern begrüßten sie überschwänglich und mit offenen Armen! Bald war das Lachen und Plaudern im ganzen Haus zu hören.

Die Küche war der Schauplatz der kulinarischen Wunder. Halbe Eier gefüllt mit pikanten Mixturen, Tomaten mit Fleischsalat, Käsewürfel auf Zahnstochern - jedes Detail war perfekt arrangiert.

Kartoffelsalat und Nudelsalat waren die Hauptakteure auf dem Buffet, begleitet von überschwänglichen Lobpreisungen für die Köchin.

Als die Nacht hereinbrach, erreichte die Party ihren Höhepunkt.

Die Schallplatten drehten sich, mein Vater griff zur Gitarre und die Gäste sangen und tanzten, angetrieben von einem Fluss aus Schnaps und Wein.

Das Wohnzimmer war eine rauchige, duftende Oase, gefüllt mit Lachen und Gesang.

Im Wohnzimmer wurden die Tische und Stühle beiseitegeschoben, und bald darauf erfüllte fröhliches Tanzen den Raum.

Die Stunden vergingen wie im Flug, und am frühen Morgen begannen die Gäste, sich zu verabschieden mit herzlichen Umarmungen und dem Versprechen, sich bald wiederzusehen.

So mancher stieg in sein Auto, angefeuert von der guten Laune und der Hoffnung, dass die Polizei, von der so mancher auch auf der Party war, ein Auge zudrücken würde.

So verließen sie unser in sehr fröhlicher Stimmung.
Es war eine Zeit, die in Erinnerung bleibt, eine Zeit, in der die Nächte lang waren und das Leben einfach schien.

Und während sich die Welt um uns herum veränderte, bleiben diese Erinnerungen wie Schallplatten, die immer wieder abgespielt werden, und die uns daran erinnern, dass das Glück manchmal so einfach sein kann wie eine Party in den sechziger Jahren.

 Die Schulzeit in den 1950er Jahren/ Die Schule der harten Zeiten

 

Als ich 1958 in die Maler Becker Schule, damals noch eine Volksschule, eingeschult wurde, waren die Bedingungen für Schüler und Schülerinnen ganz anders als heute.

 Die Schulpädagogik steckte noch in den Kinderschuhen, und man war damals der Ansicht, dass nur durch Strenge und Disziplin vernünftiger Unterricht möglich sei. Doch wir waren ja nur Kinder und verhielten uns entsprechend. So kam es automatisch zu Konflikten zwischen Lehrern und Schülern.

Ich erinnere mich an verschiedene Vorfälle, die mir wegen ihrer Schwere im Gedächtnis geblieben sind.


An dieser Stelle möchte ich betonen, dass wir nur wenige männliche Lehrer hatten, aber dafür besonders strenge Lehrerinnen, sg. Fräuleins.

Ein Lehrer hielt es für angebracht, uns Schüler mit einem Rohrstock zu züchtigen. 

Die Schläge mit dem Schullineal (1 m) auf den Hintern waren damals noch üblich und wurden auch von anderen Lehrern praktiziert.



Bevor es zu einer solchen Bestrafung vor der ganzen Klasse kam, stopften wir uns heimlich ein paar Hefte und Bücher unter die Hose, um die Schläge abzudämpfen.

Aber oft bemerkten die Lehrer: innen diesen Trick und schlugen umso härter. 

Andere Lehrer: innen schlugen auf die nackten Beine, Oberschenkel und Waden.

Einige Buben trugen Lederhosen, die die Schläge abfingen, aber es war dennoch sehr erniedrigend, vor der ganzen Klasse gezüchtigt zu werden.

Besonders brutal war ein Lehrer, der uns zwang, ein "Katzenpfötchen" zu machen und dann mit dem Rohrstock auf die Fingerkuppen schlug, bis sie blutunterlaufen waren.

Es war auch üblich, die ganze Klasse zu bestrafen, wenn ein Schüler etwas falsch gemacht hatte. 

Auf diese Weise litten die anderen Mitschüler mit und entluden ihren Frust an dem betroffenen Schüler. 

Genau das war gewollt und spaltete damals schon die Schülergemeinschaft.

Ab und zu übermannten uns auch die berüchtigten Lachanfälle, ausgerechnet während des Unterrichtes, die streng geahndet wurden.

 Wenn wir versuchten, unser Lachen zu unterdrücken, wurde es nur schlimmer. Dies stand im Widerspruch zur strengen Disziplin und wurde von den Lehrern bestraft. 

Wir mussten uns in die Eselsecke stellen und durften keine Geräusche machen.

Manchmal wurden Schüler sogar vom Unterricht ausgeschlossen und vor die Klassentür gestellt. 

Es war auch üblich, Schüler auf dem Schulhof oder im Unterricht mit einer Backpfeife zu disziplinieren.

Viele meiner Klassenkameraden hatten vor Angst in die Hose gemacht und wurden danach von den anderen gehänselt.

Auch war es sehr schwierig, den Lehrern zu erklären, dass man auf die Toilette musste.


Diese verstanden noch nicht, dass eine Kinderblase anders funktioniert als die eines Erwachsenen.

 

Die Schulzeit in den 1950er Jahren war geprägt von Strenge, Disziplin und manchmal auch von Angst. 

Es war eine Zeit, die wir nie vergessen werden, auch wenn sich die Zeiten seitdem stark verändert haben.

Aber es gab auch Lichtblicke!

Im Verlauf meiner Schulzeit trat eine neue Generation von Lehrkräften auf den Plan, die völlig neue Unterrichtskonzepte einführte und sich besonders empathisch gegenüber uns Schülern zeigte. 

Wir waren dankbar für jeden dieser neuen Lehrerinnen und Lehrer; sie brachten frischen Wind in die verkrusteten Vorstellungen der alten Lehrkräfte, die teilweise noch aus den Kriegsjahren stammten.

Angeln am Rhein in Gimbsheim

 

Einmal, in den Tiefen meiner kindlichen Abenteuerlust, beschlossen ich und mein Freund Werner, zusammen mit anderen Buben des Ortes, uns als Meisterfischer zu versuchen.

Mit all dem Enthusiasmus von Fluss Pionieren und der Fachkenntnis erfahrener Jägers, begaben wir uns ans Ufer, bewaffnet mit nichts als langen Weidestöcken und einer Vision von großartigen Fischfängen.

Wir waren wild entschlossen, die Besten zu sein, mit unserer selbstgemachten Ausrüstung, die aus einer Wurstkordel, einem Haken (konstruiert aus einer einer verbogenen Stecknadel), und einem alten Weinkorken als Schwimmer bestand. In unseren Händen hielten wir fette Regenwürmer, die als Köder dienen sollten. Sie sahen aus, als hätten sie eine durchgefeierte Party hinter sich, aber wir waren uns sicher, dass sie den Fischen schmecken würden.

Doch während wir geduldig am Ufer saßen, sahen wir keinen einzigen Fisch, welcher auch nur ansatzweise Interesse an unserem leckeren Köder zeigte.

Stattdessen schien es, als hätten wir die Aufmerksamkeit sämtlicher Wasserpflanzen und Algen erregt, die sich amüsiert in den Wellen wiegten und um unser Angeln schmiegten.

Nach Stunden des Wartens, in denen unsere Geduld immer dünner wurde und einer oft geflickten Angelrute, beschlossen wir, dass das wahre Abenteuer nicht darin bestand, Fische zu fangen, sondern darin, sich in wilden Träumen von Fischgrößen zu verlieren und uns gegenseitig mit unseren fantastischen Geschichten zu überbieten.

Und so endete unser Angelabenteuer zwar nicht mit prall gefüllten Körben, aber mit prall gefüllten Herzen und einer Menge Gelächter über unsere gescheiterten Versuche, die Flußbewohner zu täuschen.

Denn am Ende des Tages war es nicht der Fang, der zählte, sondern die Erinnerung an das große Abenteuer, das wir gemeinsam erlebt hatten. Und wer braucht schon Fische, wenn man so viel Spaß hat?


Inhaltverzeichnis


Meine Gedanken

Erinnerungen

 Mainz Neustadt

 Gonsenheim

  Gimbsheim 

Die Straßenwerkstatt-Party


Bei uns jungen Leuten war Geld knapp, aber unsere Leidenschaft für Autos und gute Musik kannte keine Grenzen. 
Also waren wir gezwungen, unsere Autos auf der Straße zu reparieren – eine richtige Straßenwerkstatt!

Ölpumpe, Benzinpumpe, Versorgungsschläuche, Kühler, Auspuff – wir wechselten alles. 

Manchmal sogar ganze Motoren. Unsere Autos wurden aufgebockt oder auf zwei Stahlrampen gefahren, und die Straße wurde zur Bühne für unsere mechanischen Abenteuer. 

Tagsüber war unsere Straße ein lebendiger Schrauber Platz. 

Wir schleiften Roststellen, lackierten nach, polierten und wuschen unsere Autos. 

Und wer brauchte schon eine teure Stereoanlage ab Werk? 

Wir bauten unsere eigenen ein, mit einer riesigen Box im Kofferraum und einem Kassettenrekorder, der mit Metallwinkeln an der Mittelkonsole befestigt war – immer darauf bedacht, nicht in die Ölleitungen zu bohren! 

Natürlich mussten auch die Halogenscheinwerfer nachträglich eingebaut werden, immer fachmännisch, denn der TÜV schaute genau hin. 

Der Ölwechsel? Klar, den machten wir auf der Straße, mit einem großen Trichter und einem leeren Kanister als Auffangbehälter für das Altöl. 

Bei unseren Reparatur Arbeiten durfte gutes Bier und noch bessere Musik nicht fehlen. 

Die Nachbarn schauten zu, holten sich ein Fläschchen Bier und gaben ihre Ratschläge dazu.
 
Oftmals  kam es vor, dass wir die Autoteile und vorher beim Schrotthändler organisieren mussten.
Wasserpumpe, Lichtmaschine und im Grunde alles, was zu meinem Modell passte wurde vor Ort eingebaut.

Für wenig Geld konnte man so das Auto wieder in Gang bringen! Den Ausbau musste man damals noch selbst erledigen, aber später gab es dafür Gebrauchtteilemärkte.

Der Schrotthändler sorgte im Bedarfsfall sogar für passendes Werkzeug. Das war auch nicht schlecht.

So wurde jede Reparatur zu einer kleinen Straßenwerkstatt-Party, die oft bis spät in die Nacht dauerte – Taschenlampenlicht inklusive. 

Es war eine Zeit voller Kreativität, Gemeinschaft und Spaß. Unsere Straße wurde zur Werkstatt und zur Bühne für unsere gemeinsamen Abenteuer. 
Und am Ende hatten wir nicht nur reparierte Autos, sondern auch unvergessliche Erinnerungen an diese wunderbare Zeit!